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oder warum ich einen Unterschied zwischen veganer und pflanzenbasierter Ernährung mache.



Allem voran: 
ich finde es wundervoll, dass wir in einer Zeit leben, in der wir (teilweise) anfangen (müssen) kritisch darüber nachzudenken, was auf unserem Teller liegt. Das Themenfeld ist dabei riesengroß, fast unerschöpflich. Dabei wird es von verschiedenen Motivationen angetrieben: es reicht von Massentierhaltung, Pestizideinsatz, Genmanipulation, Fehlsubventionen, Fair Trade und sehr viel überhaupt nicht Fair Trade über 1001 Diätideen, wachsende Nachfrage biologischer Lebensmittel, alternative Ernährungsweisen, vegane Supermärkte, unverpackte Waren, Plastik aus Maisstärke und und und. Es kann einem schwindelig werden von all den Informationen rund um das Thema Ernährung.


Mir geht es heute allerdings vor allem um eine Sache. Eine Beobachtung, die mich schon lange stört. Eine Tatsache, die eine gute Idee am Ende schmutzig dastehen lässt.
 Ich spreche von der veganen Ernährung.



Was ist vegan?


Ernährt sich eine Person vegan, meidet sie alle Produkte tierischen Ursprungs. Das bedeutet erstmal, dass sie kein Fleisch, Fisch und keine Milchprodukte konsumiert. Strengere Veganer verzichten zudem auf Honig oder auch Lebensmittel bei deren Produktion häufig tierische Bestandteile eingesetzt werden. Ein klassisches Beispiel hierfür ist Wein.



Warum vegan?


Es gibt vor allem zwei Gründe, weshalb sich jemand dazu entscheidet vegan zu leben: der gesundheitliche Aspekt - man hört ja viel, wie gut die vegane Ernährung sein soll; und der ethisch motivierte Grund. Bei Letzterem achten Personen z.B. auch darauf tierische Bestandteile in Kosmetik, Kleidung und anderen Alltagsgegenständen zu vermeiden.



Hip Hip Vegan


Ich komme nun dazu, warum ich es unfassbar falsch finde, die offensichtlich trendige Gleichung „vegan = gesund“ aufzumachen. Eine vegane Ernährung kann aus ernährungsspezifischer Sicht mit bestimmten Ausprägungen genau so vorteilhaft oder schrecklich bedenklich sein, wie die Mischkost, also die Ernährung des sogenannten Allesfressers. 


Warum? Weil stark industrialisierte, mit Zusatz- und Ersatzstoffen vollgepumpte Supermarktprodukte auch nicht gesünder werden, wenn sie mit dem Wort vegan gelabelt sind.

Das fängt bei der Margarine an und hört bei den verschiedensten Variationen von Tofuwürsten und Seitenbrathühnern auf. 
Das ist, mal direkt gesagt, aus gesundheitlicher Sicht der größte Unsinn! Mit Ersatzkäse & Co tut man dem Tier Gutes (das finde ich gut) - sich selbst aber absolut überhaupt nicht (und das finde ich doof).
 Was ich aber beobachte ist, dass Leute sich mit veganen Fertigprodukten versorgen und am Ende noch denken, dass das gesundheitsfördernd sei. NEIN. Genauso wenig, wie Antibiotikafleisch aus Massentierhaltung oder Wasser mit bunten Vitaminzusätzen.

Dabei geht es wunderbar sich und seiner Umwelt Gutes zu tun - ganz ohne Ersatzprodukte!



Ich ernähre mich pflanzenbasiert
. Von einer Sache bin ich sehr überzeugt: mehr Gemüse und Obst tut uns allen gut! Egal welchen Titel man am Ende dann offiziell für seine Ernährungsform findet.  Aber genau deshalb spreche ich schon eine zeitlang nicht mehr davon mich größtenteils vegan zu ernähren, sondern ich sage ganz bewusst, dass ich mich zu 95% pflanzenbasiert ernähre (und die Ausnahmen dann genauso genieße, wie meine Ernährung im Alltag). Für mich bedeutet „vegan“, dass ich natürliche, frische, möglichst regionale und saisonale, pflanzliche Zutaten kaufe und verarbeite und gleichzeitig dadurch noch etwas für meine Um- und Mitwelt und eben nicht nur für mich tue!



P.S.: Eine Anmerkung noch: nein, ich rutsche auf der Sitzbank nicht weg, wenn ein Allesfresser neben mir sitzt. Und ja, ich unterhalte mich mit jedem gerne über unsere Nahrungsmittelindustrie.

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  • Hallo Verena,
    Super Artikel - du sprichst mir aus der Seele :)
    Der Begriff vegan wird so oft mit allem möglichen gleichgesetzt, weshalb ich ihn inzwischen auch vermeide wo es geht. Plantbased ist ja nicht nur gesünder, sondern klingt auch sowieso viel besser ;)
    Alles Liebe
    Johanna

  • Guest - Verena

    In reply to: Guest - Johanna

    Liebe Johanna,
    danke dir sehr für dein tolles Kommentar! Ich freu´ mich sehr, dass du dich in meinem Artikel wiedergefunden hast.
    Und ja, definitiv: "plantbased" klingt nicht nur besser sondern eigentlich sogar ziemlich sexy :)
    Auch für dich alles Liebe.
    Verena