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Aus aktuellem Anlass…


Und obwohl es täglich einen Anlass dazu gibt sich mit seiner Gesundheit auseinanderzusetzen…


Die Schockmeldung der Woche - endlich mal wieder aus der Lebensmittelindustrie: Wurst macht Krebs.

Kein Pegida, keine Flüchtlinge, keine politischen Probleme, Eskalationen oder kriegerischen Konflikte. Nein, es geht einfach um die Wurst.

Offiziell heißt es:


Rotes Fleisch (dazu zählt Rind, Lamm, Schwein, etc.) : wahrscheinlich krebserregend.


Verarbeitetes Fleisch, wie Wurst, Schinken, etc.: krebserregend; ab 50g pro Tag steigt Risiko um 18%.


Überraschung? Die Wurst macht krank?


Nein. Wussten einige Wissenschaftler schon länger, die sich mit dem (hohen) Konsum von tierischen Proteinquellen beschäftigt haben. Es wurde auch in deren Publikationen immer wieder genannt, dass bestimmte Inhaltsstoffe aus tierischen Produkten bestimmte Krebsarten fördern können. Es kam nur jetzt offiziell und mit Pauken und Trompeten von der WHO!

 Und wie immer beobachtet man den klassischen Ablauf.
 Egal ob es das Dioxin im Frühstücksei war, der Gammelfleischskandel, BSE im Rindfleisch oder auch die EHEC Bakterien auf den Gurken: die Medien sind voll von Statements besorgter oder jetzt-erst-recht-Bürger. Doch nach einiger Zeit und großer Erregung ist plötzlich nicht mehr viel darüber zu sehen oder zu hören. Ein paar Privatleute merken es sich und ändern ihr Einkaufsverhalten wirklich; der Großteil vergisst auch gerne wieder.

 

Die Wurst-Lobby greift zum Gegenangriff an.


Diese lässt verlauten, dass die Meldung von der WHO ja nicht ganz richtig sei. Schließlich ist die genetische Veranlagung mit ausschlaggebend und außerdem macht es am Ende die Mischung, die Mischung aus vielem, nicht nur den Wurstsorten.
 Und tatsächlich: ja, das ist ganz richtig.

Das ist an dieser Stelle nicht falsch zu verstehen. Es ist nicht so, dass ich solche Meldungen von der WHO oder welcher Organisation auch immer, nicht gut finden würde. Das Gegenteil ist der Fall. Toll, wenn uns Konsumenten Informationen bereitgestellt werden und wir somit aktiv entscheiden können; wir für uns und unsere Gesundheit Verantwortung übernehmen können.


Aaaaber was mich stört ist:


Was ist eigentlich mit den Transfetten, wie in pflanzlichem Frittieröl, Chips, Schokolade, Margarine uva., die wir uns (unbewusst) einverleiben und schwere Störungen anrichten können bis hin zur Krebserkrankung?


Was ist mit dem Übermaß an industriell hergestelltem Zucker, der in Verbindung mit Krebswachstum gebracht wird?


Was ist mit Mineralölrückständen in Cornflakes, Reis und Nudeln, die durch die Verpackung ins Essen kommen?


Was ist mit all den Pestiziden, die weiter und weiter versprüht werden und wir mit der knackig und gesund aussehenden Paprikaschote kostenfrei mit auf den Teller geliefert bekommen?


Was ist mit Zusatzstoffen in Kosmetikprodukten, die bereits seit längerer Zeit offiziell als krebserregend eingestuft sind und von uns großflächig auf unser größtes Organ Haut aufgetragen und einmassiert werden?


Und by the way: Stress kann krank machen… Und nie aufgearbeitete traumatische Erlebnisse können unseren Körper gegen sich agieren lassen…
Übergewicht erhöht das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken.
Und die Liste geht weiter und weiter und weiter.

Als letzten Punkt hier noch: Tabak und Alkohol sind von der WHO schon lange als krebserregend eingestuft.

 


Ich möchte also fast sagen, dass die Wurstlobby (auch, wenn ich sie nicht unterstütze) völlig zurecht ruft, dass es die Mischung macht…


Alles auf die Wurst zu schieben: ziemlich engstirnig und kurzsichtig!

Das soll keine Ermunterung dazu sein Fleisch & Wurst zu essen! Oder gar ein Grund sein zu resignieren, weil man ja sowieso zu vielen Faktoren ausgesetzt ist!
 Es soll vielmehr ein Appell daran sein seine Gewohnheiten einerseits insgesamt mal kritisch zu hinterfragen und sich andererseits am Leben und dem Moment nicht die Freude nehmen zu lassen.

Die Mischung macht´s.

Auch deshalb ist es gut, wenn man versucht so viel Gutes wie möglich in sein Leben zu holen und so viel Schlechtes, wie möglich daraus zu verbannen. So unterstützt man am Ende das Gute in den Genen!


Ich würde mir mehr WHO „on a daily basis" wünschen. Langfristig, konstant, konsequent und allumfassend. Weniger Schock, mehr Nachhaltigkeit. Mehr wirklichen Entscheidungsraum für uns.

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