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„Wanna add some extra protein?“

- so lautete gefühlt jeder zweite Satz während meines Kalifornienurlaubs vor knapp drei Jahren, wenn ich was auch immer bestellte. Mittlerweile hat der Hype um die extra Portion Protein auch uns erreicht. Der Feind Kohlenhydrat ist ausgemacht. Alles schreit low carb von der Verpackung herunter. Und alle Hobbyathleten, die etwas von sich halten, haben den Proteinshake entweder in der Tasche oder gönnen sich das cremig, süße Wunderding nach dem Training am Studiotresen.



Aber was ist dran am Wunder Protein?


Erstmal kurz übersetzt: Protein ist ein anderes Wort für Eiweiß. Die meisten werden in diesem Zuge jetzt an Dinge wie Fleisch, Milch oder Ei denken. Das sind die tierischen Klassiker. Tatsächlich enthalten sie Eiweiß. Aber haltet euch fest: jedes Lebensmittel enthält Eiweiß. Auch Getreide. Das bedeutet der Unterschied wird zum einen darin gemacht wie viel Protein in einem Lebensmittel enthalten ist, zum anderen ob sie ein sogenanntes komplettes Aminosäurespektrum aufweisen können. Insgesamt benötigt unser Körper 22 verschiedene Aminosäuren, wovon er 13 selbst herstellen kann. Kurzum: 9 Aminosäuren müssen wir dem Körper über unsere Nahrung zuführen. Manche, auch vegane, Lebensmittel, wie z.B. Quinoa, Hanf oder Spirulina tragen diese Wundermischung ins sich. Aber auch Reis, wenn wir ihn z.B. mit Bohnen kombinieren. Das schon mal für alle, die bisher dachten, dass es ohne tierische Eiweißquellen nicht geht.

Wozu denn überhaupt dieses Protein?

Ja, warum wird denn eigentlich so ein Hype um Protein betrieben? Tatsächlich nicht ganz zu unrecht, wenn man sich ansieht an wie vielen verschiedenen Stoffwechselvorgängen Proteine beteiligt sind. Wir brauchen sie um neue Zellen herzustellen, Enzyme zu bilden, Neurotransmitter für die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper herzustellen, für die Hormonproduktion, etc.. Proteine sind jene Makronährstoffe, die es möglich mitunter machen, dass wir Haut, Haare und Nägel haben bzw. unsere Muskeln erhalten oder auch mehr werden lassen können.

Okay her mit dem Zeug. Ja, ich will dieses Protein.

Dabei gilt aber: viel hilft nicht viel. Studien in den USA zeigen schon auf, dass dort zu viel Eiweiß konsumiert wird. Der Hype wird zu sehr gefeiert. Problematisch ist das aus verschiedenen Gründen: es werden mehr und mehr tierische Produkte konsumiert was für Tier und unsere Umwelt ein Debakel darstellt aber auch für unseren Körper ist diese Form des Konsums strapazierend. Der Abbau von großen Eiweißmengen kann die Nieren langfristig überfordern. Außerdem führt zu viel Eiweiß in Kombination mit zu wenig basischen Lebensmitteln (z.B. Gemüse) zu einer Übersäuerung des Körpers. Hallo Cellulite & Co.. Dem Normalbürger wird seitens der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 0,8g Eiweiß pro kg Körpergewicht empfohlen. Der Durchschnittssportler, und das meint jeden, der nicht Nierenkrank ist oder extremen Kraftsport betreibt, benötigt ca. zwischen 1,0 - 1,8 g Protein pro kg Körpergewicht. Das bedeutet, dass diese Proteinmenge gut über eine ausgewogene (auch vegane) Ernährung mit den richtigen Eiweißträgern aufgenommen werden kann. Es bedeutet aber auch, dass man sich Gedanken zu verschiedenen Eiweißquellen machen muss und sie bewusst in seinen Ernährungsalltag inkludieren sollte.

Gibts eine Lösung für busy people?


Ja, die gibt es und sie kommt in Form der Proteinpulver. Die kann man dann auf verschiedenste Art und Weise nutzen. Egal ob du dir damit einen klassischen Shake machst oder aber einen Esslöffel davon in deine Suppe oder deinen Brotaufstrich mixt. So kannst du deine benötigte Proteinaufnahme einfach(er) erreichen - egal ob du (veganer) Normalbürger bist oder aktiver Sportler.

 

4 tolle vegane Proteinpulver

  • Erbsenprotein
    Super für alle, die lieber (und besser ist es) auf Sojaprotein verzichten möchten. Leider enthält die Erbse kein komplettes Aminosäurespektrum. Ist aber nicht weiter tragisch. Einfach mit anderen Eiweißquellen kombinieren und fertig ist das komplette Spektrum.
  • Reisprotein
    Der Vorteil von diesem Proteinpulver ist, dass es neben Kohlenhydraten auch Ballaststoffe mitliefert. Gerade nach dem Sport müssen die geleerten Zuckerspeicher im Körper wieder gefüllt werden. Reis bringt diese mit. Darüber hinaus enthält er auch Ballaststoffe, die satt halten und gut für die Verdauung sind. Reis ist glutenfrei und enthält viele B-Vitamine, die das Immunsystem unterstützen, beim Stressabbau helfen und viele weitere tolle Eigenschaften haben. Kurzum: wir mögen B-Vitamine!
  • Hanfprotein
    Bringt neben einem kompletten Aminosäurespektrum auch noch die essentielle Fettsäure Omega 3 mit. Darüber hinaus wird ihm nachgesagt, dass es insgesamt gut verträglich und leicht verdaulich ist. Letzteres führt u.a. dazu, dass der Körper die Proteine und anderen Nährstoffe schnell aufnehmen kann.
  • Spirulina
    Ist eine Alge. Und dabei eine sehr eiweißhaltige. Sie liefert gleichzeitig eine Vielzahl an unterschiedlichen Mineralstoffen. Eisen (für eine gute Blutbildung und Blutzirkulation) und Magnesium ( u.a. sehr wichtig für die Regeneration der Muskeln) sind nur zwei davon. Außerdem enthält Spirulina eine Menge Chlorophyll. Das hilft dem Körper bei seinen Entgiftungsprozessen.

Bei der Wahl eurer Proteinpulver solltet ihr unbedingt auf ein paar Dinge achten. 
Die Produkte sollten ein Biosiegel tragen. Kein Mensch will eine extra Portion Pestizide in seinem Shake haben. Außerdem solltet ihr die Zutatenliste lesen und verstehen können. Gerade bei den konventionellen (tierischen) Proteinpulvern mit verrückten Geschmacksrichtungen kann man etliche Zusatzstoffe finden, die man besser nicht in seinen Körper manövriert.

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